Vitamin D

Vitamin D

Die Legende vom Wundermittel

Vitamin D besitzt vermutlich mehr günstige Wirkungen als bisher angenommen. So könnte es etwa vor Alzheimer, Parkinson und Krebs schützen. Forscher vom Buck Institute in Kalifornien haben herausgefunden, dass Vitamin D den Alterungsprozess verlangsamen kann.

Demnach verlangsamt Vitamin D den Alterungsprozess, indem es an einem molekularen Stellrad dreht, das vielen, wenn nicht den meisten altersabhängigen Krankheiten zugrunde liegt. So verhindert das Sonnenhormon, dass Proteine beschädigt werden und sich in Form von Klumpen in den Geweben anreichern.




Vitamin D ist eigentlich gar kein Vitamin, sondern die Vorstufe eines Hormons. Wenn Sonne auf die Haut trifft, bilden Leber und Niere aktives Vitamin D. So entstehen 90 Prozent des körpereigenen Stoffs. Der Restbedarf wird gedeckt, wenn man etwa fettreichen Fisch isst. Vitamin D reguliert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und stärkt die Muskeln. Wenn es fehlt, sinkt vor allem der Kalziumspiegel. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel kann bei Rachitis und bei Erwachsenen zu Knochenerweichung führen.

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts fehlt 60 Prozent der Deutschen im Winter Vitamin D. Weil sie zu wenig Sonne bekommen, sollten alle Menschen ab einem Jahr täglich 800 Einheiten einnehmen. Noch viel höher ist die Empfehlung etwa in den USA. Dort werden Milch, Orangensaft oder Müsli häufig mit Vitamin D angereichert.

Zu den Hauptrisikogruppen eines Vitamin-D-Mangels zählen vor allem alte Menschen, Menschen mit dunkler Hautfarbe und Menschen, die sich nur wenig oder gar nicht im Freien aufhalten.

Dass eine Mangelversorgung mit Vitamin D einen erhöhten Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten darstellt, machen moderne Lebensumstände deutlich, an die wir nicht angepasst sind: Weitgehendes Leben in geschlossenen Räumen, unter Glas, bei künstlichem Licht, unter einer UV-B-Licht filternden Smogglocke, konsequente Benutzung von Sonnencreme oder weitgehend vollständige Bedeckung der Haut mit Kleidern unter freiem Himmel. Schon im alten Rom war die Mangelerkrankung Rachitis beschrieben worden; besonders zu den Zeiten der beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts und zu dieser Zeit insbesondere in den Industriestädten Europas und Nordamerikas war sie weit verbreitet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannte man den Zusammenhang zwischen Rachitis, Sonnenlicht und Vitamin D3.