Vitamin C

Vitamin C

Vitamin C ist ein Radikalfänger und hat eine antioxidative Wirkung (es wirkt also als Reduktionsmittel).

Da der menschliche Organismus Vitamin C nicht wie die Pflanzen und Tiere (ausser Schimpansen und Meerschweinchen) selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden. Die besten Vitamin C-Quellen stellen frisches Obst und Gemüse dar.




Der Bedarf an Vitamin C wird zum Teil sehr kontrovers gesehen. Die Zufuhrempfehlung für einen gesunden Erwachsenen beträgt laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 100 mg/Tag. Die Meinungen hierüber gehen jedoch weit auseinander; die Empfehlungen anderer Gruppierungen liegen zwischen einem Bruchteil (zum Beispiel der Hälfte) und einem Vielfachen (zum Beispiel so viel wie möglich) dieses Wertes. Fest steht, dass Mengen bis zu 5000 mg kurzzeitig als unbedenklich gelten. Überschüssige Mengen werden vom Körper über den Urin ausgeschieden, da Vitamin C gut wasserlöslich ist (siehe auch Hypervitaminosen).

Antioxidantien galten lange Zeit als Wunderheiler der Zellen. Auf dem deutschstämmigen Chemienobelpreisträger Linus Pauling gründet sich die Empfehlung, die besagt, wer alt werden will, der sollte freie Sauerstoffradikale in den Zellen mit Vitamin C unschädlich machen. Die These hält sich bis hartnäckig bis heute: In Deutschland schluckt jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hochangereicherte Kapseln, Pulver oder Brausetabletten, ohne dass sie es nötig hätten.

Für Menschen, die nicht genügend Obst und Gemüse zu sich nehmen, oder für diejenigen, die bereits einen Nährstoffmangel aufweisen kann es sinnvoll sein, das Vitamin C in natürlicher Form als Nahrungsergänzung zuzuführen, zum Beispiel als Vitamintaler aus der Acerola-Kirsche oder als Sanddornsaft, die beide sehr reich an diesem überaus wichtigen Vitamin sind. Auch Sauerkrautsaft besitzt viel Vitamin C und ausserdem noch das fürs Zentralnervensystem wichtige Acetylcholin. Auch Vitamin C Kapseln natürlichen Ursprungs sind eine gute Vitamin-C-Quelle.




In der Zeit des Nationalsozialismus (1933-45) förderten die Machthaber in Deutschland die Versorgung der Bevölkerung mit den damals gerade erst entdeckten Vitaminen sehr aktiv. Sie wollten so den Volkskörper von innen stärken, weil sie davon überzeugt waren, dass Deutschland den Ersten Weltkrieg auch als Folge von Mangelernährung verloren hatte. In Vitamin-Aktionen wurden Kinder, Mütter, Schwerstarbeiter und Soldaten mit Vitaminen versorgt, insbesondere mit Vitamin C. Nationalsozialistische Massenorganisationen wie die Deutsche Arbeitsfront und die Reichsarbeitsgemeinschaft für Volksernährung organisierten die Produktion und Verteilung von Vitamin-C-Präparaten. Hausfrauen wurden dazu aufgerufen, Hagebutten und Sanddorn zu sammeln, aus denen Brotaufstriche und andere Vitaminpräparate für die Wehrmacht hergestellt wurden. Noch 1944 bestellte die Wehrmacht 200 Tonnen Vitamin C, unter anderem bei Roche.