Low-Carb

Der Low-Carb-Ernährungsplan

Das Wort Kohlenhydratminimierung bzw. Low-Carb (von engl. carb, Kurzbezeichnung für carbohydrates = Kohlenhydrate) bezeichnet unterschiedliche Ernährungsformen oder Abspeckprogramme, bei denen der Anteil der Kohlenhydrate an der alltäglichen Nahrung verkleinert wird. Grund dafür ist häufig eine erwünschte Gewichtsreduzierung, als Behandlung einer Stoffwechselerkrankung oder als generelle Ernährungsform mit positiven Gesundheitsauswirkungen.

Was bedeutet Low Carb?

Die Low-Carb-Vertreter gehen davon aus, dass eine Ernährungsweise durch hohen Beitrag an Kohlenhydraten allgemein negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat und die Bildung so behaupteter Wohlstandskrankheiten gefördert sowie eher zu Übergewicht führt als eine kohlenhydratarme Ernährungsweise. Eine der Grundideen dahinter ist das Konzept eines Menschen, der erblich nur abhängig an die kohlenhydratlastige Ernährungsweise mit Getreideprodukten, verfügbar mit dem Entstehen der Ackerbaukultur vor ca. 10.000 Altersjahren, zugeschnitten ist. Es wird postuliert, dass die Einzelperson physiologisch noch passender an eine Ernährungszusammensetzung einer Jäger- und Sammlerkultur mit viel Fett und Eiweiß und wenig kurzkettigen Kohlenhydraten zugeschnitten ist, was auch zur Empfehlung einer beliebten Steinzeiternährung führte.

Als einer der wichtigen physiologischen Wirkmechanismen der aufgenommenen Kohlenhydrate auf die menschlichen Körperfunktion wird von Low-Carb-Vertretern die Auswirkung auf den Blutzucker­spiegel benannt. Wenn man Kohlenhydrate in Form bestimmter Einfachzucker (wie Blutzucker und Galactose) zu sich nimmt, wächst der Blutwert schnell und stark an. Dies geschieht, weil der Körper diese beiden Saccharide sofort speichern kann. Als Rückmeldung auf die Tatsache schüttet die Pankreas mehr und mehr das Hormon Insulin aus, um den Zuckeranteil im normalen Bereich zu fixieren, da das Insulin die Aufnahme des Zuckers zur Energiegewinnung und Speicherung in den verschiedenen Körperzellen reguliert.

Die goldenen Low-Carb-Regeln

Fit & Schlank, der Eiweißshake gehört zur Low-Carb Ernährung

 

 

 

Wer sich kohlenhydratarm ernähren möchte, sollte Einfachzucker wie Glukose (Traubenzucker) und Fructose (die in natürlicher Form in Früchten vorkommt) möglichst reduzieren. Sie liefern zwar sofortige Energie, weil sie schnell verdaut werden und ins Blut gelangen. Aber sie führen über einen Teufelskreis wieder zu Heißhunger: Denn der rasche Blutzuckeranstieg führt dazu, dass auch das Hormon Insulin vermehrt ausgeschüttet wird. Es transportiert den Zucker rasch über die Blutbahn zu dem Ort an dem er benötigt wird. Daraufhin sinkt der Zuckerspiegel sehr rasch wieder ab, und wir bekommen erneut Hunger auf Süßes.

Neben ihrer Länge spielt die Menge der Zuckermoleküle, die wir zu uns nehmen, eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit. Denn Zucker wird nicht nur als Energielieferant genutzt. Er wird auch in der Leber in Glykogen umgewandelt, als solches in den Organen gespeichert und dann als Brennstoff genutzt, wenn der Energiebedarf steigt. Sind die Glykogen-Speicher voll, wird die überschüssige Glukose als Fett in den Fettzellen unseres Körpers gelagert. Wer also langfristig zu viel Zucker zu sich nimmt, lagert Fett ein.

Es ist übrigens ein Mythos, dass das Gehirn Kohlenhydrate benötigt. Die Low-Carb-Vertreter gehen davon aus, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten generell negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat und die Entstehung so genannter Zivilisationskrankheiten begünstigt sowie eher zu Übergewicht führt als eine kohlenhydratarme Ernährung.

„Die hauptsächlichste Ursache der Fettleibigkeit sind Mehl und Stärke, auf denen die tägliche Nahrung des Menschen beruht. Wie wir schon gesagt haben, werden alle Tiere fett, die von mehlhaltigen Stoffen leben, ob sie wollen oder nicht, und auch der Mensch unterliegt diesem allgemein gültigen Gesetz“.

Anthelme Brillat Savarin